Nuno-Filzen * Aquarell mit Wolle & Seide

Vorderseite (noch feucht)

Vorderseite (noch feucht)

So, ich konnte es ja doch nicht mehr erwarten ;) Hier eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wobei ich nicht alles Zubehör zur Hand hatte, das man so als Empfehlung liest. Ich brauchte beim ersten Mal zwei Versuche. Beim ersten Versuch war ich wohl zu ungeduldig und die Wolle verfilzte sich nicht ausreichend mit der Seide.

Ergebnis des 1. Versuchs

Ergebnis des 1. Versuchs

Macht nix. Ich hab die Teile wieder runtergezupft und arrangiert. Das Ergebnis sieht witzig aus und wird wohl auf einem HeadHugger als Applikation landen.

Material

  • Seiden-Chiffontuch 180 x 90 cm von Seiden-Haller (2 Stück 28,85 Euro). Meinen Recherchen nach eignen sich aber auch feine Baumwoll- und andere Stoffe  für diese Technik.
  • Feiner Merino- in verschiedenen Farben von Petersen (hat übrigens auch blitzartig geliefert). Ich hatte die Grundausstattung 1,6 kg sortiert in 33 Farben bestellt (49 Euro). Reicht vermutlich für 200 Jahre ;)

Zubehör

Man nehme...

Man nehme...

  • Geriffelte Gummimatte (ist aber nicht unbedingt notwendig. Eine beliebige Gummimatte tut’s auch, z.B. Autozubehör (ist allerdings ziemlich grob), eine Badewannenmatte würde sich – glaube ich – auch eignen.
  • Noppenfolie – hatte ich vergessen zu besorgen, ging auch mit simpler Haushaltsfolie. Werd ich mir aber sicher besorgen, ist bestimmt praktisch zum schneller .
  • Filzbeschleuniger – hab ich drauf verzichtet. Da die Seidentücher ungiftig und antiallergen gefärbt sind, wollte ich nicht irgendwelche unbekannten chemischen Substanzen verwenden. Ist offenbar auch nicht wirklich notwendig.

Zeitaufwand

ca. 1-2 Stunden, je nachdem wieviel Motiv Du planst…

Schritt 1 * Motiv auflegen

Motiv auslegen

Motiv auslegen

Mangels Noppenfolie habe ich auf der Gummimatte Haushaltsfolie aufgelegt. Praktischerweise ist die Gummimatte etwas breiter als die Schals. Dann habe ich etwa fingerdicke, aber hauchdünne Fasern aus den Kammzügen gezupft und das Motiv in der Breite des Schals arrangiert. Mir schwebte ein Mohnblumenmotiv vor.

Danach habe ich ziemlich heisses Wasser auf die Wollfasern geträufelt und das Ende des Schals vorsichtig darauf gelegt.

Akzente setzen

Akzente setzen

Es genügt eine Seite mit Deinem Motiv zu belegen, allerdings habe ich bemerkt, dass sich das Material besser verfilzt, wenn Du auch auf der “Rückseite” das Motiv ähnlich mit Wollfasern belegst. Logo, denn die Wolle verhakt sich mit Wolle besser als nur mit der Seide. Wenn Du nur eine Seite mit Motiv versiehst, musst Du eben länger walken & filzen.

Ich habe also das Motiv ähnlich nochmals auf die Seide aufgelegt, dieses wieder mit heissem Wasser beträufelt (muss richtig nass werden) und alles wieder mit Haushaltsfolie abgedeckt.

Schal darauflegen, 2. Seite Motiv aufbringen

Schal darauflegen, 2. Seite Motiv aufbringen

Schritt 2 * Anfilzen

Vorsichtig anreiben

Vorsichtig anreiben

Danach habe ich meine Hände in kleine Plastiksackerl gesteckt und begonnen, die Motive mit ganz kleinen, kreisenden Bewegungen  anzudrücken. Nachdem ich dabei beim ersten Versuch zu ungeduldig war, habe ich nun etwa 20 Minuten gerieben und den Druck dabei immer verstärkt.

Schritt 3 * Walken

In Folie einrollen, walken

In Folie einrollen, walken

Nun die ganze Chose mit beiden Lagen Haushaltsfolie einrollen und in alle Richtungen walken (übrigens kann man dafür auch ein Nudelholz zu Hilfe nehmen). Ich denke, es ist wichtig, in verschiedene Richtungen zu walken – ca. 5-7 Minuten.

Fertig!

Tja, das war’s auch schon. Eigentlich recht einfach. Ich kann mir natürlich vorstellen, dass man die verschiedensten Feinheiten beim Auslegen der Motive entwickelt.

So habe ich bei einem 3. Versuch die Fasern sehr viel feiner gezupft und bereits auf nass ausgelegt, was beim Arrangieren hilfreich ist.

Dann habe ich noch irgendwo gelesen, dass man akkuratere Details schaffen kann, indem man eine Filznadel zu Hilfe nimmt und Wollfasern durch das Gewebe sticht.

Ich habe beim 3. Versuch auch viele der Fasern ganz vorsichtig gezwirbelt, damit sie beim Filzen nicht so sehr “auseinanderlaufen”.

Was ich bei den ersten Versuchen schon gelernt habe:

  • Sprühflasche ist nicht gut, denn die “verpustet” die hauchdünnen Fasern, besser ein “Tropfflasche” (ich glaub, so was verwendet man zum Bügeln. Ich bügle nie ;)
  • Beim 3. Versuch hab ich dann Noppenfolie verwendet, gefiel mir nicht so gut in der Handhabung, mit der Haushaltsfolie hatte ich “mehr Gefühl”.
  • Beim 1. Versuch habe ich beim Reiben noch etwas Olivenseife an den Händen verwendet, das hinterlässt natürlich Fettflecken, aber vielleicht hab ich da auch was falsch verstanden. Merkt man zwar kaum bei dem feinen Gewebe, aber kann so nicht stimmen. Jedenfalls braucht’s offensichtlich keine Seife.

Vielleicht probiert Ihr das ja auch einmal (man kann ja ein kleineres Stück, vielleicht ein ungeliebtes Seidentuch verwenden) und berichtet über Eure Erfahrungen oder welche Tricks Ihr herausgefunden habt.

Macht unheimlich viel Spaß!

Und weil's soviel Spaß gemacht hat, gleich noch einmal!

Und weil's soviel Spaß gemacht hat, gleich noch einmal!

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13 Kommentare

  1. Martina Weise 8. April 2013
  2. ursula weber-hejtmanek 19. April 2011
  3. molly1987gue 6. September 2009
  4. Steffi 25. August 2009
  5. Tine 23. August 2009
  6. jule 23. August 2009
  7. Tine 23. August 2009

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